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Musik
bewegt - Berliner Apell zur musikalischen Bewegung in
Deutschland
Präambel
Der
Bundespräsident
hat die Initiative ergriffen und weist mit einem Aktionstag
„Musik für Kinder“ am 9. September 2003 auf die Bedeutung
musikalischer Bildung für die Entwicklung der Gesellschaft
hin.
Der
Deutsche Musikrat
hat mit einem begleitenden Kongress „Musik bewegt“ am 8.
September 2003 dieses gesellschaftspolitische Signal durch die
fachliche Diskussion unterfüttert.
Der
Kongress „Musik bewegt“
verabschiedet den „Berliner Appell“ als Leitprogramm und
Forderungskatalog – gerichtet an alle, die gesellschafts-
und bildungspolitische Verantwortung tragen.
1.
Vom „Mehrwert“ musikalischer Bildung
Musikalische
Bildung ist – über ein bloßes Spezialgebiet hinaus – ein
entscheidender Bestandteil allgemeiner Bildung, da sie Herz,
Hand und Verstand gleichermaßen ausbildet. Dass die Musik die
Persönlichkeit bildet, ist unbestritten; ihr Wert für den
Erwerb zahlreicher in andere Lebenssituationen übertragbarer
Fähigkeiten wird gerade erst erkannt. Jedoch beruht ihr
Wirkungsprinzip auf ihrem eigenen Wert als Weg des Menschen
zur Musik.
Musikalische
Bildung
- steigert
die Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit mit dem Medium Musik
und trägt zu Sinn, Erfüllung, Kommunikation und
Lebensqualität bei.
- stellt
Menschen in einen gemeinsamen lebendigen
Kulturzusammenhang und leistet einen Beitrag zu
Identifikation, Frieden und Völkerverständigung.
- entwickelt
kognitive, emotionale und soziale
Schlüsselqualifikationen und befähigt zu Kreativität,
Lösungskompetenz und Teamfähigkeit.
Dem
Wert musikalischer Bildung für Individuum und Gesellschaft
ist Rechnung zu tragen
durch
eine offensivere gesellschaftliche Wahrnehmung und Anerkennung
– durch Politik, Medien, Verbände, aber auch durch jeden
Einzelnen in Familie, Schule und Kirche, Jugendgruppe und
Verein – sowie vermehrt auch im Berufsleben.
durch
gesetzliche Verankerung musikalischer Bildung und durch
öffentliche Förderung ihrer Träger in Kindergarten, Schule,
Musikschule, Vereinen und freien Berufen.
durch
wissenschaftliche Arbeiten zu den Wirkungen musikalischer
Bildung in verschiedenen Disziplinen (Pädagogik,
Sozialwissenschaft, Soziologie, Medizin ...) und praktische
Modellprojekte.
2.
Das Recht auf Musik verwirklichen
Bereits
1998 hat die UNESCO in Stockholm einen Aktionsplan
verabschiedet, in dessen Mittelpunkt die Rechte aller Menschen
auf Bildung, Kunst und Kultur stehen. Erstmals wird die
Entfaltung kultureller Identität in den Rang eines
Menschenrechts erhoben.
In
der Musiknation Deutschland ist der Zugang für alle Menschen
zu musikalischer Bildung als wichtigem Kulturgut längst nicht
mehr selbstverständlich.
Dem
Grundrecht auf musikalische Bildung und Teilhabe am Musikleben
ist Rechnung zu tragen
durch
verfassungsrechtliche Ergänzungen im Grundgesetz der
Bundesrepublik Deutschland bezüglich des „Rechtes auf
Kultur und Bildung“.
durch
eine gesetzliche Absicherung von kultureller Bildung als
Kernbestand der Bildungs- und Kulturpolitik mit eindeutigen
Zuständigkeiten auf den föderalen Ebenen.
durch
ordnungspolitische Rahmenbedingungen, vor allem im Bereich des
ehrenamtlichen Engagements und der Gemeinnützigkeit.
3.
Musikalische Bildung kompetent umsetzen
Das
Musikleben in Deutschland zeichnet sich traditionsgemäß
durch eine hohe Differenzierung aus. Zahlreiche Institutionen
und Organisationen engagieren sich in verschiedenen
Zusammenhängen für musikalische Bildung. Dabei erreicht
allein das schulische Bildungswesen alle Menschen in einer
wichtigen Bildungsphase. Speziellere Angebote wie Musikschule
oder Musikverein eröffnen Chancen für Millionen besonders
Interessierter.
Eine
neue konzeptionelle Abstimmung der musikalischen
Bildungsträger ist anzustreben, um neuen Strukturen des
Bildungswesens zu entsprechen und Wirkungen zu steigern:
- Öffnung
der musikalischen „Hochkultur“ gegenüber der
musikalischen Bildung,
- Zusammenarbeit
allgemein bildender Schulen mit Musikschulen und anderen
Musikangeboten im Rahmen der Einführung der Ganztags- und
verlässlichen Halbtagsgrundschule,
- Kindergärten
als Partner in einer idealen Musikalisierungsphase,
- Spielräume
zur Talent- und Begabtenförderung.
Eine
ausreichende und kontinuierliche musikalische Grundversorgung
zu gewährleisten und die Kapazitäten für Musikunterricht
bedarfsgerecht vorzuhalten, insbesondere
- Musik
und Musikübung in den Kindertagesstätten verbindlich
vorzusehen,
- Musik
und Musikübung in der Grundschule zum „Normalfall“ (2
Wochenstunden) zu machen,
- Musik
vom „Wahlfach“ in der weiterführenden Schule bis
Klasse 10 zum Pflichtfach zu machen,
- Musikalische
Grundstufe, Instrumental- und Ensemblespiel der
Musikschulen abzusichern,
- die
musikalische Jugendarbeit der Laienmusik und der freien
Träger gesondert zu fördern.
Die
Aus- und Weiterbildung für Musikpädagogen und pädagogische
Berufsgruppen zu fördern und zu verbessern, insbesondere
an
den Hochschulen die Kapazitäten für Schulmusiker und
Musikschullehrkräfte
wesentlich zu erhöhen und die Ausbildungsstandards zu
gewährleisten, an den
(Musik-)Akademien und Berufsfachschulen integrierte
Ausbildungskonzepte zu entwickeln, Musik
für Erzieherinnen und Grundschullehrkräfte zum
Ausbildungspflichtfach zu machen, wobei
in allen Ausbildungsinstitutionen der Vielfalt der Kulturen in
unserem Lande Rechung zu tragen ist.
Der
öffentlichen Förderung intelligenter und nachhaltiger
Strukturen ist der Vorzug vor kurzatmigen, ständigem
Innovationdruck folgenden Projektförderungen zu geben.
Auch
die Kinder, Jugendlichen – und Erwachsenen –, an die sich
Angebote musikalischer Bildung richten, müssen als
ernstzunehmende Partner der Ausgestaltung dieser Angebote
behandelt werden.
4.
Den Dialog suchen und gemeinsam handeln
Die
Unterzeichnenden rufen zu einer breiten gesellschaftlichen
Allianz für die musikalische Bildung auf. Sie folgen, unter
der Federführung des Deutschen Musikrates, der Initiative des
Bundespräsidenten.
Ihr
Handeln wird geleitet von der Idee der Kooperation innerhalb
des gesamten Musiklebens, mit
allen Kultur- und Bildungsträgern, mit
der Politik in allen relevanten Ressorts und auf allen
föderalen Ebenen, mit
der Wirtschaft und ihren verantwortungsbewussten
Protagonisten, mit
Meinungsführer des gesamten gesellschaftlichen Spektrums,
mit den Medien in allen
sinnvollen publikumsorientierten Kontexten.
Die
unterzeichnenden Akteure des Musiklebens bieten allen Partnern
einen offenen, die
gegenseitigen Interessen wahr nehmenden Dialog, fundierte
Information, fachliche Beratung und gegenseitiges Lernen,
gemeinsame Projekte und Joint
Ventures bei Wahrung jeweiliger Zielsetzungen, Erarbeitung
gemeinsamer Ergebnisse zur Evaluation.
Der
Deutsche Musikrat soll gemeinsam mit allen fachlich,
gesellschaftlich und politisch relevanten Gruppierungen eine
KONZEPTION MUSIKALISCHE BILDUNG erarbeiten, die übergeordnete
Zielsetzungen und ein konkretes jährlich fortzuschreibendes
Arbeitsprogramm umfasst.
Berlin,
8. September 2003
Erstunterzeichner
des Berliner Appells zur MusikalischenBildung in Deutschland
Prof.
Dr. Detlef Altenburg,
Präsidiumsmitglied DMR, Präsident der Gesellschaft für
Musikforschung ·Prof. Dr. Hans Bäßler,
Präsidiumsmitglied DMR, Vorsitzender des Verbandes deutscher
Schulmusiker · Rolf Bolwin, Geschäftsführender
Direktor des Deutschen Bühnenvereins · Prof. Udo Dahmen,
Vizepräsident DMR, Vorsitzender des Bundesfachausschusses
"Populäre Musik" · Hubert Depenbusch,
Behörde für Bildung und Sport Hamburg · Dr. Gerd Eicker,
Präsidiumsmitglied DMR, Präsident des Verbandes deutscher
Musikschulen · Dr. Hans-Herwig Geyer, GEMA Leiter
Kommunikation · Dieter Gorny, Präsidiumsmitglied DMR,
Vorsitzender des Vorstands VIVA Media AG · Karin Heyl,
Dresdner Bank AG, Vorstandsmitglied Jürgen Ponto-Stiftung · Peter
Herbolzheimer, Big Band Leiter, Leiter BuJazzO · Prof.
Asmus Hintz, Leiter Yamaha Academy of Music · Christan
Höppner, Vizepräsident DMR, Präsident des
Landesmusikrates Berlin · Prof. Dr. Richard Jakoby,
Ehrenpräsident DMR · Prof. Dr. Karl-Jürgen Kemmelmeyer,
Präsidiumsmitglied DMR, Präsident des Landesmusikrates
Niedersachsen · Dr. Uli Kostenbader, Vizepräsident DMR · Martin
Maria Krüger, Präsident DMR, Vorsitzender der
Arbeitsgemeinschaft deutscher Musikakademien und
Konservatorien · Prof. Dr. Eckart Lange,
Präsidiumsmitglied DMR, Präsident des Landesmusikrates
Thüringen · Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard,
Präsidiumsmitglied DMR · Dr. Ulrike Liedtke,
Präsidiumsmitglied DMR, Vizepräsidentin des Landesmusikrates
Brandenburg · Prof. Dr. Christoph-Hellmut Mahling,
Präsidiumsmitglied DMR, Präsident des Landesmusikrates
Rheinland-Pfalz · Gerald Mertens, Geschäftsführer
Deutsche Orchestervereinigung · Rainer Mehlig,
Bundesgeschäftsführer Verband deutscher Musikschulen · Jens
Michow, Vizepräsident DMR, Präsident des Bundesverbandes
der Veranstaltungswirtschaft · Wilhelm Mixa,
Präsidiumsmitglied DMR, Schatzmeister des Deutschen
Tonkünstlerverbandes · Yvonne Moissl,
Präsidiumsmitglied DMR, 1. Beisitzerin der Deutschen
Jazzföderation · Rolf Pasdzierny, Geschäftsführer
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Chorverbände · Thomas
Rietschel · Peter Schneider, Direktor Nordkolleg
Rendsburg · Prof. Dr. Ilse Storb, Essen · Oliver
Schulten, Präsidiumsmitglied DMR, Geschäftsführer der
Deutschen Phonoakademie · Prof. Dr. Jürgen Terhag,
Vorsitzender des Arbeitskreises für Schulmusik · Monika
Thiemen, Bezirksbürgermeisterin
Charlottenburg-Wilmersdorf · Reinhart von Gutzeit,
Präsidiumsmitglied DMR, Ehrenvorsitzender des Verbandes
deutscher Musikschulen · Ulf Werner,
Präsidiumsmitglied DMR, Geschäftsführer des Ensemble
Resonanz · Dr. Ulrich Wüster, Generalsekretär
Jeunesses Musicales Deutschland.
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Aus
TA Musik GmbH wird JA Musik GmbH
Vor
10 Jahren hatte Gerhard A. Meinl sein elterliches Unternehmen,
die Wenzel Meinl GmbH in Geretsried, den Hersteller der
Melton-Blechblasinstrumente, in den TA Triumph-Adler AG
Konzern eingebracht und dort die Branche Musik aufgebaut und
geleitet. So wurden unter dem Dach der starken Konzernmutter
die ehemalige VEB Blechblas- und Signal-Instrumentenfabrik in
Markneukirchen zur erfolgreichen Vogtländischen
Musikinstrumentenfabrik GmbH umgewandelt und saniert, wobei
erhebliche Investitionen zu tätigen waren.
Es kamen die SML Strasser-Marigaux Paris, der bekannte
Oboen-Hersteller und Großhändler von kleinen
Musikinstrumenten in Frankreich ebenso hinzu wie die seit 1803
bestehende Antoine Courtois S.A.S., heute in Amboise an der
Loire.
So
wurde die TA Musik-Gruppe zu einem schlagkräftigen Verbund
von europäischen Markenherstellern für hochwertige Holz- und
Blechblasinstrumente. Noch dieses Jahr wird in Ungarn die
Sternberg Kft. als Neugründung eines Herstellungsbetriebes
hinzutreten.
Im
Rahmen der Fokussierungsstrategie auf dem Unternehmensbereich
Triumph-Adler Experts @ Output hat die Triumph-Adler Spiel und
Freizeit die TA Musik GmbH Markneukirchen im Rahmen eines
Management Buyouts an eine Gruppe um den langjährigen
Branchenmanger Gerhard A. Meinl Anfang August veräußert.
Dabei erwarben die Partner des MBO 100 Prozent der Anteile der
TA Musik GmbH, welche nun mit den gleichen Aufgaben einer
Management Holding für die Beteiligungsgesellschaften aus dem
Bereich Blech- und Holzblasinstrumente weitergeführt wird,
wobei die Umbenennung in JA Musik GmbH zur Eintragung
beantragt ist.
Neben dem 44-jährigen Rechtsanwalt Gerhard A. Meinl, der auch
gelernter Metallblasinstrumenten- und Schlagzeugmacher ist
sowie derzeit als Präsident des Bundesverbandes Deutscher
Musikinstrumenten-Hersteller fungiert, ebenso als 1.
Vorsitzender des Dachverbandes Deutsche Musikwirtschaft und
Veranstaltungstechnik, ist dies als kaufmännischer Geschäftsführer
der Gruppe Jakob Freiherr von Wolff, der in England und
Spanien Betriebswirtschaft studiert hat und aus dem
Beteiligungsmanagement der TA Triumph Adler AG in München
kam, weiterhin die operativen Geschäftsführer in der Vogtländischen
Musikinstrumentenfabrik GmbH und der Wenzel Meinl GmbH, Herr
Ferdinand Kleinschmidt, der über sein Musikstudium hinaus
ebenfalls eine Lehre als Werkzeugmacher und als
Metallblasinstrumentenmacher absolviert hat sowie der
Wirtschafts-Ing. Herr Siebert Bernsau, der vor seinem Eintritt
in die Geschäftsleitung der Vogtländischen
Musikinstrumentenfabrik GmbH Betriebsleiter im
Schreibmaschinenwerk der Triumph Adler AG in Frankfurt war.
Dieses
Management-Team hat sich als Gesellschafter vorgenommen,
weiterhin die Qualitätsführerschaft für hochwertige Step up
und Profi-Instrumente verbunden mit einer konsequenten
Markenpolitik zu realisieren. Dabei sollen vor allem die
Verbundvorteile der JA Musik-Gruppe in den Bereichen
Produktion, Vertrieb und Verwaltung genutzt werden. Es gilt
dabei, die Weltmarktführerschaft in mehreren
Instrumenten-Gruppen zu halten bzw. auszubauen und zu
erreichen, wobei immer auf die exzellenten Kontakte zu führenden
Orchestern und Musikern weltweit gesetzt wird.
Der
Vertrieb wird weiterhin international auf einem langfristig
aufgebauten Groß- und Einzelhändlernetz basieren.
Das Unternehmen gibt derzeit eine ausgezeichnete
Auftragssituation an, die die Kapazitätsauslastung der
Produktion bis weit hinein in das Jahr 2002 sicherstellt
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